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Feiertag am 31.Oktober: Reformationsgedenken und Ehrenamt von Vikarin Jennifer-Christin Hein und Pfarrerin Irene Brockes
Nebelschwaden ziehen durch die Luft. Aus der Ferne ein schrilles Heulen, Hexen, Teufel und Henker laufen durch die Straßen. Mit Nachdruck wird gefordert: "Süßes oder Saures!" Halloween. Volle Körbe mit gesammelten Süßigkeiten. Ein Bonbon fällt heraus. Darauf abgebildet ein pausbäckiger Mann, altertümlich gekleidet. Unter seinem Bild ein Satz: 31.10. ist Reformationstag.
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Lesung in der St.-Gertraud-Kirche
Wir laden ein zu einer Lesung aus dem Buch "Begegnungen mit Gottfried Forck - Weggefährten berichten" am 10.Dezember um 18:30 in den Gemeindesaal unserer Gertraudenkirche. Es liest Pfarrerin Forck.
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In 6 Schritten zur Erlösung!
An sechs Abenden wollen wir verschiedene biblische und literarische Texte, Bilder und Musikstücke zum Thema "Erlösung" suchen, finden und diskutieren. Abschluss dieses Projektes ist ein interdisziplinärer Abend mit Kunst, Text und Musik im Museum für Junge Kunst in Frankfurt (Oder). Ein erstes Treffen findet am 12.Januar um 18:30 in der St.Gertraud-Kirche statt.
Neuer Glaubenskurs
Von Januar bis März wird es wieder einen Grundkurs zu den wichtigsten Fragen des Glaubens geben. Folgende Termine sind vorgesehen, immer mittwochs am: 20.1., 27.1., 10.2., 17.2., 24.2., 2.3., 9.3. jeweils um 18 Uhr im Gemeindehaus Karl-Ritter-Platz 4. Informationen und Anmeldung im Gemeindebüro oder bei Pfarrerin Neumann.
Wir wünschen allen...
...ein gesegnetes, friedliches, wunderbares neues Jahr 2016.
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Teppichgottesdienst
am 13. Februar um 15 Uhr in Booßen
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Gottesdienst am Valentinstag in Lebus
Segen am Valentinstag
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Ökumenischer Kreuzweg am Freitag, dem 18.3., endet in St. Gertraud
In vielen katholischen Gemeinden ist es gute Praxis, in der Zeit vor Ostern den Weg nachzugehen, den Jesus am Karfreitag gegangen ist. Am kommenden Freitag, dem 18.3. werden wir in unserer Stadt diesen Kreuzweg gehen, allerdings wird es ein besonderer sein. Verantwortet wird er von allen christlichen Kirchen in Frankfurt und Slubice und er wird deshalb um 17.00 Uhr an der Heilig-Geist-Kirche auf polnischer Seite der Oder beginnen. Gemeinsam gehen wir über die Oderbrücke und gegen 18.30 Uhr schließen wir in der St.-Gertraud-Kirche. Im Anschluss daran gibt es Gelegenheit zur Begegnung und zum Kennenlernen.
Restaurierung eines Gemäldes
Filmabend und Gespräch am 25. April um 19 Uhr in St. Gertraud
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Wenn eine Stadt in Trümmern liegt...

Wenn eine Stadt in Trümmern liegt...

Wenn eine Stadt in Trümmern liegt, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass es ihre Herzen auch tun. Der 9. November 1938 ist ein Tag der Trümmer. Jüdische Geschäfte, Synagogen und viele öffentliche jüdische Gebäude brannten in dieser Nacht. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps das jüdische Leben in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Es ist der Tag, an dem die öffentliche Schändung des jüdischen Volkes das öffentliche Leben erreichte. Die Reichspogromnacht oder auch Reichskristallnacht  steht als ein Signal Hitler-Deutschlands, das klar sagte: dieser Antisemitismus geht Schritt für Schritt ,bis es zu Ende gebracht wird. Diese Nacht, vom 9. auf den 10. November 1938, war der offizielle Start zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit. Ihr ging das Attentat vom 7. November 1938 auf den Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, durch den siebzehnjährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan voraus. Dieser gegen die Juden gerichtete und angeordnete Pogrom, das hieß Mord, Brandstiftung und Plünderung, war die Antwort Hitler-Deutschlands auf diesen angeblichen Anschlag. Die Deutschen wurden Zeuge, wie die Menschenrechte und die Menschenwürde ihrer Mitmenschen im wahrsten Sinne des Wortes mit den Füßen getreten wurden. Aber anstatt sich ihren Mitmenschen zur Seite zu stellen, wurde unter den Gaffern gejubelt und gejohlt. Andere dagegen haben es schweigend oder gleichgültig hingenommen. Die Juden wurden in dieser Nacht geschändet und nahezu allein gelassen. 

Der 9.November ist verbunden mit dem Teil unserer Geschichte, der uns innehalten- und klug werden lassen sollte. Dieser Gedenktag sollte uns einmal mehr dazu auffordern gegen Fremden- und Judenhass aufzustehen. Aufzustehen, auf dass sich diese grausame Geschichte nicht noch einmal wiederholt. Die jüdische Gemeinde in Frankfurt/Oder lädt alle Menschen zu diesem „Aufstehen“ ein. In ihren Aktionswochen 2015 gegen Antisemitismus laden sie zum gemeinsamen Innehalten, Nachdenken und Kennenlernen. Gemeinsam wollen wir heute am 9.11.2015 der Opfer auf einem Gang durch die Stadt gedenken. Wir treffen uns dazu um 18:00 Uhr am Jüdischen Gedenkstein in der Karl-Marx-Str. Anschließend lauschen wir Klängen beim Gedenkkonzert anlässlich des 77. Jahrestages der Reichspogromnacht in der der Konzerthalle.  Am 12.11.2015 um 14:00 Uhr lädt die jüdische Gemeinde zum Treff mit Bürger*innen aus unserer Stadt ein. Auch Kinder sind am 13.11.2015 um 16:00 Uhr herzlich eingeladen zum offenen Schabbat. Die Möglichkeit zu einem erneuten Treffen mit Bürger*innen der Stadt bietet der 17.11.2015 um 13:00 Uhr. Am 18.11.2015 um 16:30 Uhr findet die Eröffnung der Ausstellung „Die vergessenen Namen“ im Mikado zusammen  mit anderen Vereinen statt. Den Abschluss des Jahres stellt der Tag der offenen Tür am 9.12.2015 ab 11:00 Uhr mit einem abschließenden Konzert des „Jerusalem Duo“ aus Israel um 16:00 Uhr dar.
Jennifer-Christin Hein
 
Feiertag am 31.Oktober: Reformationsgedenken und Ehrenamt von Vikarin Jennifer-Christin Hein und Pfarrerin Irene Brockes

Nebelschwaden ziehen durch die Luft. Aus der Ferne ein schrilles Heulen, Hexen, Teufel und Henker laufen durch die Straßen. Mit Nachdruck wird gefordert: "Süßes oder Saures!" Halloween. Volle Körbe mit gesammelten Süßigkeiten. Ein Bonbon fällt heraus. Darauf abgebildet ein pausbäckiger Mann, altertümlich gekleidet. Unter seinem Bild ein Satz: 31.10. ist Reformationstag. Fast vergessen scheint dieser geschichtsträchtige Tag, überschattet von Zucker und lustigem Grusel. Ein religiöses Grunddatum,  verdrängt von leichter Unterhaltung und Konsum. Nur wenige Menschen unserer Gegenwart wissen mit dem Datum 31.10. noch etwas anzufangen, ganz zu schweigen vom Namen Martin Luther. Beim zaghaften Nachfragen: "Reformation, 1517, sagt Ihnen das was?"  kommt auf diese Nachfrage oft nur ein Kopfschütteln oder Achselzucken vom Gegenüber. Manchmal: "War da nicht was mit dem Papst?" Ja, im Großen und Ganzen war da was mit dem Papst und dann auf einmal etwas ohne ihn. Martin Luther hatte es gewagt, sich gegen den Papst zu stellen. Er hatte Amt und Vollmacht des Primaten in Frage und damit zwei Dinge ins Zentrum gestellt. 1. Sola scriptura: Allein die Schrift zählt und 2. das Priestertum aller Gläubigen, das heißt keine und keiner ist der oder dem anderen überlegen vor Gott. Das Konglomerat aus seinen Forderungen verursachte ein wahres Feuerwerk und führte in all seiner Konsequenz zur Gründung der evangelischen Kirche. Das neue Schrift- und Gemeindeverständnis in dieser evangelischen Kirche zog eine Reihe von Veränderungen nach sich, unter anderem die Verkündung und den Gottesdienst in der Landessprache. Diese Veränderungen hatten vor allen Dingen die Mündigkeit der Gemeindemitglieder im Blick - eben ein allgemeines Priestertum- Experten in der eigenen Sache. Ein neues Engagement ergab sich daraus. Das Leben im Glauben, in der Nachfolge Jesu, spielt sich nicht allein in Kirchen oder Klöstern ab, es ist lebendig in den Familien, in ihren Hütten und Häusern. Im Lauf der Zeit wurde Bildung zu einem Gemeingut. Heute ist es für uns in den Ländern der Reformation selbstverständlich, dass jedes Kind lesen und schreiben lernt und vieles mehr. Glauben zu lernen und sich darin zu üben, ist inzwischen nicht mehr so verbreitet. In unseren Gemeinden allerdings ist ein grosses Engagement vorhanden. Wir sind auf einem guten Weg zum Gemeindeverständnis des Apostels Paulus, wenn er vom Leib mit vielen Gliedern spricht. Jedes Glied ist gleich wichtig, alle gehören und funktionieren nur zusammen gut. Aufgaben und Möglichkeiten sind jeweils unterschiedlich.
Reformation heute: bei allen erfreulichen und anspruchsvollen Vorbereitungen auf das Reformationsgedenken 2017, nach einem halben Jahrtausend, gerät das inhaltliche Nachdenken  in den Hintergrund. Re.formation, die Besinnung auf unsere christlichen Wurzeln, die Frage nach den wesentlichen Aufgaben als christliche Gemeinden und Kirche, sollte nicht zu kurz kommen. Was nun das Gemeindeleben betrifft, sehe ich viele aktive Gemeindeglieder, die einfach anfangen, etwas zu tun. Da kommen so viel Anregungen, Anfragen und Vorschläge. Kirchen und Friedhöfe werden erhalten, renoviert und gepflegt. Es wird musiziert, über die Bibel gesprochen und Kaffee gekocht. Menschen besuchen einander , zeigen Anteilnahme und geben Trost. Nicht nur am Sonntag öffnen freundliche Menschen die Kirchentür und bieten ein willkommen für alle.  Das ist lebendige Gemeinde, da ist „Kirche“ in der Gegenwart und unter den Menschen angekommen. Diesen Einsatz zu sehen, zu feiern und Danke zu sagen, verbindet sich mit dem Erleben einer großen Kraft in der Nachfolge Jesu.

 

Am 31. Oktober sind 386 Ehrenamtliche eingeladen, um am Reformationstag
miteinander in der St.Georg Kirche Gottesdienst zu feiern und danach im
Gemeindehaus am Karl-Ritter-Platz festlich zusammen zu sitzen. Es ist schön,
zu sehen, dass man nicht so allein ist, wie es manchmal scheint. Es macht
Freude, sich auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln.
Um mehr Süßes als Saures wird es da hoffentlich gehen. Nach fast 500 Jahren
ist der Gedanke der Reformation nicht vergessen, wir tragen ihn weiter. So ist
es nicht gar so ärgerlich, wenn lachende Geister durch unsere Straße ziehen
und phantasievoll verkleidet Süßigkeiten einsammeln. Wir können ihnen
freundlich die Tür öffnen und ihnen sagen, warum wir am 31.Oktober einen
Feiertag haben.
 

Lesung in der St.-Gertraud-Kirche

 

Wir wünschen allen...

Teppichgottesdienst

 

Gottesdienst am Valentinstag in Lebus

 

Segen am Valentinstag

 

Den 14. Februar mit kleinen Geschenken an den oder die jeweils Geliebte/n zu feiern ist wider die heutige Erfahrung keine Erfindung der Blumengeschäfte, sondern eine alte kirchliche Tradition. Im 3. Jahrhundert, als die Christen im römischen Reich noch verfolgt wurden, soll ein Priester namens Valentin in Rom Liebespaare trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II getraut haben. Dabei soll er den verheirateten Paaren auch Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, standen der Überlieferung nach unter einem guten Stern. Auf Befehl des Kaisers Claudius II wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

 

In guter Erinnerung an Valentin werden wir in diesem Jahr am 14. Februar um 9.30 Uhr in der romantischen Kirche Lebus einen evangelischen Gottesdienst zum Valentinstag feiern. Besonders eingeladen sind Paare, egal ob verheiratet oder nicht, egal ob jung oder alt, egal ob Mitglied einer Kirche oder nicht. Sie können in diesem Gottesdienst den Segen für Ihre Liebe empfangen. Kommen Sie einfach gemeinsam vorbei. Für Fragen erreichen Sie uns unter 0178-7709393. 

 

Jennifer-Christin Hein & Tobias Kirchhof

Restaurierung eines Gemäldes